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  • Corinne päper

Nicht oft im Scheinwerferlicht

Fotografen erzählen nicht gern über sich selbst. Für einmal ist es anders: Olaf Brachem berichtet über sein Hobby - das Fotografieren und seinen Beitrag im Buch «111 Orte in Winterthur, die man gesehen haben muss»


Interview: Corinne Päper

Du hast für die zweite Auflage von 111 Orte, die 2023 erschien, einige neue Bilder gemacht. Welcher Ort war hat dir am besten gefallen oder war am schwierigsten zu fotografieren?

Olaf Brachem: Am schwierigsten war es, das Hexengässli zu fotografieren.

Weshalb?

Es war nicht ganz einfach, den Text in ein Bild umzusetzen und ein Foto zu machen, das mit der Hexengasse beim Oberen Tor in Verbindung gebracht werden kann. Zudem waren die Lichtverhältnisse relativ schwierig.


Ich wollte zuerst den Text streichen, weil der Durchgang kürzlich saniert wurde … Es ist immer noch das Hexengässli, auch wenn jemand entschieden hat, es müsse anders als früher aussehen.


Was würdest du gern in der 4. Neuauflage sehen? Das ist eine gute Frage! Winterthur bietet so viel. Im Buch gibt es viele kulturelle Sachen. Nur nicht für ganz junge Menschen. Da könnte man noch etwas aufgreifen.


Zum Beispiel?

Etwa den Musikclub Albani. Es ist der älteste in Winterthur, wahrscheinlich aber auch über die Stadtgrenze hinaus. Das Haus an der Steinberggasse wurde 1862 erbaut und beherbergte schon Anfang des 20. Jahrhunderts ein Konzertlokal und ein Gasthaus. Der heutige Musikclub wurde 1988 eröffnet. Seither spielten dort Bands wie Pearl Jam, Crowded House, Züri West, Vaya Con Dios oder Künstler und Künstlerinnen wie Sheryl Crow oder Michael von der Heide.


Du fotografierst in deiner Freizeit Wildtiere. Das braucht Ausdauer und Geduld.

Ich bin gern in der Natur und mag Tiere. Als ich die ersten Wildtierfotos eines Dachses veröffentlichte, wurde mir oft gesagt, wie viel Glück ich doch hätte, diese Tiere anzutreffen. Dahinter steckt jedoch viel Arbeit. Allein für die Dachsfotos investierte ich 50 Stunden, bis ich das erste Foto schoss.


Was heisst das?

Ich habe viele Fachbücher gelesen, bin viel im Wald unterwegs. Weil der Boden in den Wintermonaten wenig bewachsen ist, sieht man viel mehr. Der Dachs ist ein Tier, das immer wieder denselben Weg benutzt. So entstehen kleine Trampelpfade. Hat man einen identifiziert, kann man ihm folgen und so zum Dachsbau gelangen. Dort habe ich dann eine Wildtierkamera installiert, um herauszufinden, wann die Tiere aktiv sind. Bald war es soweit: Ich konnte mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort hinsetzen und warten, bis sich die Dachse zeigten.

​Olaf Brachem kam am 27. Januar 1978 in Zürich zur Welt und wuchs im zürcherischen

Weinland in Dorf auf. Seine Leidenschaft für Fotografie entdeckte Olaf schon in seiner

Jugend. Als die Digitalfotografie aufkam, war es um ihn geschehen: Er verschlingt unzählige Bücher, informiert sich im Web, besucht Workshops und nutzt seine Kamera in jeder freien Minute. Olaf ist gelernter Elektromonteur und arbeitete fast zehn Jahre als Beleuchtungstechniker im Theater. Auf seinem Instagram-Kanal postet er regelmässig Fotos. www.instagram.com/olaf_brachem


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